Der Biber und die Notwendigkeit seines Schutzes.
Durch das Fällen der Bäume entstehen offene Lichtungen im Wald, weswegen mehr Licht an den Boden gelangt und die Anzahl der Blütenpflanzen, wie Gräser und Kräuter explosionsartig ansteigt. Von einer Vielzahl dieser Pflanzenarten lebt der Biber insbesondere im Sommer, in dem er diese Flächen regelrecht beweidet, je nach Untergrund und Geländeniveau, sowohl die nassen als auch trockenen Wiesen und Heiden.
Aber nicht nur der Biber nutzt den neuen Lebensraum, auch Hirsche werden von Biberweiden angelockt, weil sie dort gute Nahrung finden. Neben diesen Huftieren profitieren auch kleine Tiere von diesen geschaffenen Flächen. Viele Insekten und Pflanzen finden ihr neues Zuhause in den Biberteichen und deren Umgebung. Interessant ist auch, dass alle Fließgewässer- und Waldarten, die auch ohne Biber da wären, nicht nur bleiben, sondern teilweise zusätzlich in Arten- und Individuenzahl wachsen.
Der Hauptgrund für einen Dammbau ist die Sicherheit des Bibers. Ohne diesen Damm würde sein Eingang zu seinem Biberbau, auf Grund von Variäten im Wasserstand, teilweise offen liegen und für Feinde erreichbar sein. Damit dies nicht geschieht staut der Biber durch den Dammbau Wasser an und garantiert somit einen geschützten Eingangsbereich und folgend auch Schutz für seine Familie.
Diese entstandenen Biberteiche oder Stauteiche sind Stillgewässer inmitten des Fließgewässers. Die Staunässe führt zum Absterben von Nadelhölzern und anderen Pflanzen, die diesen Bedingungen nicht entsprechen. Dadurch bildet sich eine offene Wasserfläche mit Verlandungszonen, offenen Schlammflächen, Unterwasserpflanzen, Röhrichten und Rieden – wertvolle Lebensräume für hunderte von Arten.